Nach 14 Jahren kehren die Bühnen Köln an den Offenbachplatz zurück – in das Gebäudeensemble mit dem 1957 eröffneten Opernhaus des Architekten Wilhelm Riphahn. Kaum ein Bauprojekt hat die Stadt so lange beschäftigt wie die Sanierung, der Neu- und Umbau dieses zentralen Kulturortes. Warum hat das Projekt so viel Zeit in Anspruch genommen? Was ist auf dem Weg dorthin schiefgelaufen?
Dieses Buch erzählt die Geschichte der Sanierung aus der Perspektive der Menschen, die sie erlebt und geprägt haben. Zu Wort kommen Projektverantwortliche und Politiker*innen, Architekt*innen und Kulturjournalist*innen, Künstler*innen, Abonnent*innen sowie Mitarbeitende der Bühnen. So entsteht eine vielstimmige Chronik, die eine ehrliche Bestandsaufnahme wagt und Hintergründe sowie bislang wenig bekannte Geschichten sichtbar macht.
Die Großbaustelle im Herzen Kölns zeigt beispielhaft, wie komplex es ist, historische Theaterbauten für die Zukunft zu ertüchtigen – und zugleich während jahrelanger Bauarbeiten einen anspruchsvollen Spielbetrieb an Interimsspielstätten aufrechtzuerhalten.
Die stellvertretende Direktorin des Deutsches Architekturmuseum, Andrea Jürges, bringt die überregionale Bedeutung solcher Projekte auf den Punkt: Sie hätten den „Schleier einer vielleicht finanziellen Leichtsinnigkeit gelüftet“ und deutlich gemacht, dass die Sanierung großer Kulturbauten weit komplexer ist als lange angenommen.
Das Buch zeigt zudem, welche technischen und planerischen Herausforderungen bewältigt werden mussten, um Räume für Kunst zu schaffen, die heutigen Anforderungen an Brandschutz, Lüftungstechnik, Energieeffizienz und Barrierefreiheit gerecht werden. Umfangreiches Bildmaterial dokumentiert eindrucksvoll die Entkernung und den Wiederaufbau der Gebäude.
Entstanden ist ein Theaterkomplex mit vier Spielstätten: Neben Oper und Schauspielhaus gibt es zwei Neubauten – die weltweit einzigartige Kinderoper im Untergrund sowie das Kleine Haus für intime Schauspielformate.
Vierzehn Jahre lang war der Offenbachplatz für die Kölnerinnen und Kölner nicht zugänglich. Nun wird er wieder zu einem zentralen Ort der darstellenden Künste – und zu einem Raum für Begegnung, Austausch und Debatten. Die Vorfreude auf diesen neuen kulturellen Mittelpunkt vermittelt das Buch auch durch zahlreiche Porträts und Gespräche, unter anderem mit den Intendanten von Oper und Schauspiel.